Textile Branchen Textil- und Bekleidungsindustrie

In der Textil- und Bekleidungsindustrie NRW arbeiten rund 21.500 Beschäftigte, z.B. bei Herstellern von Kleidung, Heimtextilien wie Handtüchern und Decken aber auch z.B. bei Herstellern von technischen Textilien wie z.B. Vliese, Filze oder Filtermedien.

Warnstreik Textil-Bekleidung 2025

31. März 2025 31. März 2025


Tarifergebnis erzielt - Warnstreiks brachten die Wende

Beschäftigte erhalten mehr Geld und verbesserte Altersteilzeit.

22.000 Textilerinnen und Textiler machten in den letzten Wochen bei Warnstreiks und Aktionen Druck – mit Erfolg. Am 11. April konnte der Durchbruch in den Tarifverhandlungen der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie erzielt werden.

Die Beschäftigten erhalten neben einer Entgelterhöhung in zwei Stufen eine Einmalzahlung. Auch die von der IG Metall geforderte Fortführung und Verbesserung der Altersteilzeit ist Teil des Ergebnisses. „In einer Zeit wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten ist es uns gelungen für die Beschäftigten ein Gesamtpaket zu schnüren, das auf mehreren Ebenen zu Entlastungen führt“, so IG Metall Verhandlungsführerin Miriam Bürger im Anschluss an die Verhandlung in Eitorf (NRW).

Mehr Geld für die Beschäftigten

Nach einer einmaligen Sonderzahlung von 275 Euro im Juli 2025 folgt bereits im August 2025 eine dauerhafte Erhöhung der Monatsentgelte um 2 Prozent, mindestens aber 60 Euro. Im Oktober 2026 steigen die Entgelte um weitere 2,9 Prozent, mindestens 80 Euro. Auszubildende erhalten 137,50 Euro Einmalzahlung im Juli 2025 und im August eine dauerhafte Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 25 Euro sowie im Oktober 2026 um 35 Euro. Die Laufzeit beträgt 27 Monate.

Kräftiges Plus für untere Entgeltgruppen

„Mehr Geld ist die nötige Antwort auf die gestiegenen Preise. Der Tarifabschluss entlastet die Geldbeutel der Beschäftigten“, so Bürger. Die Mindestbeträge von 60 Euro im August 2025 und 80 Euro im Oktober 2026 bedeuten besonders für die unteren Entgeltgruppen eine überproportionale Erhöhung der Gehälter und Löhne. Für die Hälfte der IG Metall Mitglieder heißt das: insgesamt 5,1 Prozent mehr Geld.

Betriebe in Schwierigkeiten können die Einmalzahlung sowie die Tabellenerhöhungen nach Vereinbarung mit der IG Metall differenzieren. Als Bedingung für eine Differenzierung wurde eine Beschäftigungssicherung vereinbart.

Verbesserung der Altersteilzeit

Die tarifliche Altersteilzeit wird verlängert und verbessert: Die Aufzahlung durch den Arbeitgeber auf das Altersteilzeitentgelt steigt 2025 von 750 auf 775 Euro sowie 2026 auf 800 Euro im Monat. Mit einer erhöhten Quote können nun mehr ältere Beschäftigte vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Zusätzlich verpflichten sich die Tarifparteien, während der Laufzeit des Tarifvertrags weiter über mögliche Mitgliedervorteilsregelungen zu sprechen.

 



Westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie

Tarifergebnis 2025

Tarifergebnis 2025

Tarifrunde Textil- und Bekleidungsindustrie 2025

6,5 Prozent mehr Geld in einem Jahr: Mit dieser Forderung startet die IG Metall die Tarifrunde in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Außerdem sollen Beschäftigte mit einem Monatseinkommen unter 3000 Euro mit mindestens 200 Euro mehr überproportional entlastet werden.  Für ihren Einsatz für Tarifbindung pocht die Gewerkschaft zudem auf einen Bonus für IG Metall-Mitglieder. 

Beschäftigten-Befragung: Stress und Belastungen grassieren
In einer Befragung der IG Metall unter 3500 Beschäftigten adressierten 69 Prozent den Ausgleich ihrer gestiegenen Lebenshaltungskosten als akut. 67 Prozent zufolge ist die wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe solide bis gut; 4 Prozent sehen die betriebliche Lage als "sehr gut" an. 88 Prozent der Beschäftigten beklagen zunehmenden Stress und Krankheit durch Arbeitskräftemangel. Zwei von drei Befragten (60 %) erwägen einen Jobwechsel.
Neben höheren Entgelten fordert die IG Metall, die Regelungen zur Altersteilzeit in den Betrieben fortzuführen und auszuweiten. 

Die Forderung gilt für die 100.000 Beschäftigten in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. 51.000 Beschäftigte profitieren unmittelbar von einem Tarifvertrag. Die Branche umfasst textile traditionelle Textilhersteller über Automobilzulieferer bis hin zu Hygiene-/Medizinprodukte- und technische Textilhersteller.

Die erste Tarifverhandlung fand am 30. Januar 2025 in Frankfurt statt. Die zweite Tarifverhandlung am 25. Februar 2025 in Ingolstadt endete mit einem Mager-Angebot der Arbeitgeber. 

Zur dritten Verhandlung in der Tarifrunde der Textil- und Bekleidungsindustrie West präsentierten die Arbeitgeber ein minimal verbessertes Angebot. Die IG Metall-Verhandlungskommission wies das Angebot empört zurück. Die Arbeitgeber müssen nun mit einer zweiten Warnstreikwelle rechnen.

„Wir sind mit viel Schwung in die Verhandlung gestartet“, sagt Miriam Bürger, Verhandlungsführerin der IG Metall. „Aber trotz minimaler Anpassungen des ersten Angebots haben die Arbeitgeber die Chance vertan, ein einigungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Beschäftigten werden nun ihre Antwort darauf geben: mit einer weiteren Warnstreikwelle.“

Neues Angebot bedeutet weiterhin Reallohn-Minus

Die Arbeitgeber lieferten in der dritten Verhandlungsrunde kein erkennbar besseres Angebot. Statt auf die Forderungen der IG Metall einzugehen, boten sie lediglich minimale Verbesserungen der Prozente an. Danach sollen die Beschäftigten zum 1. November 2025 1,5 Prozent und ein Jahr später 2 Prozent mehr Geld erhalten. Selbst mit der in dem Angebot enthaltenen Einmalzahlung von 200 Euro führt das Angebot der Arbeitgeberseite wahrscheinlich zu einem Reallohn-Minus bei den Beschäftigten. Auch bei der Fortführung und Verbesserung der Altersteilzeit blieb das Angebot hinter den Vorstellungen der IG Metall zurück. Die Gespräche zu einem Mitgliederbonus wurden weiterhin verweigert.

„Wir sind gesprächs- und verhandlungsbereit. Für ein Reallohn-Minus der Beschäftigten stehen wir aber nicht zur Verfügung. Die Beschäftigten brauchen dringend ein Entlastungspaket als Antwort auf Preissteigerungen und Arbeitsstress“, so Bürger nach dem Ende der Verhandlung.

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Otten Marc Kontaktfoto
IG Metall Bezirksleitung NRW | Tarifpolitik Textil- und Bekleidungsindustrie, Textile Dienste

Marc Otten

Bezirkssekretär

+49 21145484150

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