IG Metall Betriebsrätebefragung NRW Stimmungsaufhellung jetzt nicht gefährden

Kurz vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs war der Blick der Betriebsrätinnen und Betriebsräte auf die wirtschaftliche Situation in den Betrieben in NRW positiver als im Herbst 2025. Das zeigt eine Befragung, an der sich 800 Betriebsratsgremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall beteiligt haben.

Jemand macht ein Kreuz in einem Kästchen.


Kurz vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs war der Blick der Betriebsrätinnen und Betriebsräte auf die wirtschaftliche Situation in den Betrieben in NRW positiver als im Herbst 2025. Das zeigt eine Befragung aus dem März 2026, an der sich 800 Betriebsratsgremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall in Nordrhein-Westfalen beteiligt haben. So haben 50 Prozent der Betriebsratsgremien angegeben, dass sie die Aussichten für ihren Betrieb in den kommenden 3 bis 6 Monaten als sehr gut oder gut einschätzen (Herbst 2025: 41,7 Prozent).  Der Anteil derer, die die Aussicht als schlecht oder sehr schlecht sehen, hat sich in diesem Zeitraum von 49 Prozent auf 40 Prozent verringert.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Die unsichere geopolitische Lage darf diese Stimmungsaufhellung jetzt nicht gefährden. Die Bundesregierung ist gefordert, insbesondere den steigenden Energiekosten Einhalt zu gebieten. Kosten müssen gedämpft werden, damit Wachstum und Beschäftigung gesichert sind.“

Die Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen bemängeln zudem nach wie vor die zu geringen Zukunftsinvestitionen ihrer Betriebe. Wie im Herbst 2025 sagen nur 34 Prozent, dass im Betrieb in angemessenem Umfang investiert wird.

Für niedrige Investitionen sehen die Befragungsteilnehmer drei Hauptursachen:

  • unklare politische und rechtliche Rahmenbedingungen (42 Prozent)
  • zu hohe Energiepreise (39 Prozent)
  • wenig Nachfrage (38 Prozent)

Entsprechend negativ fällt auch das Urteil zur Arbeit der Bundesregierung aus. 85 Prozent finden, dass die Regierung zu wenig tut, um den Produktionsstandort Deutschland zu erhalten.

Knut Giesler: „Vor allem das Bundeswirtschaftsministerium mit Frau Reiche an der Spitze entpuppt sich immer mehr als Gefährdungsministerium für den Industriestandort Deutschland und insbesondere NRW. Beim dem Thema Local Content für grünen Stahl steht Frau Reiche in Brüssel massiv auf der Bremse. Beim Thema Industriestrompreis ist etwas geschaffen worden, was kaum Wirkung zeigt. Diese Regelungen sind zu kurz gedacht, zu wenig und kaum anwendbar. Wir werden mit unfairem Wettbewerb aus China und den USA, mit massiven staatlichen Subventionen oder Eingriffen bedroht. Wer die deutsche Industrie stärken will, braucht jetzt den Mut, Maßnahmen umzusetzen. Da hilft nicht der Glaube daran, dass der Markt es schon richten werde. Das bedroht tausende Arbeitsplätze in NRW und in der gesamten Republik.“

Weitere Informationen zur Befragung: 
Die Betriebsrätebefragung der IG Metall findet seit einigen Jahren halbjährlich statt. Der aktuelle Befragungszeitraum erstreckte sich vom 16. Februar bis 06. März 2026. Es beteiligten sich Arbeitnehmervertretungen aus 800 Betrieben in NRW.