Betriebsrätekonferenz Betriebsrätekonferenz zur Künstlichen Intelligenz

IG Metall NRW fordert aktive Gestaltung und starke Mitbestimmung

Ingenieur mit Laptop für die automatische Wartung


Bielefeld, 16. Juni 2026 – Unter dem Motto „Erkennen, Verstehen, Mitbestimmen!“ haben sich Betriebsräte aus Ostwestfalen-Lippe zu einer KI-Konferenz in Bielefeld getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Künstliche Intelligenz in den Betrieben eingesetzt wird – und wie Beschäftigte diesen Wandel aktiv mitgestalten können.

Die Konferenz bot Raum für Austausch, fachliche Einordnung und konkrete betriebliche Erfahrungen rund um den Einsatz von KI. Themen waren unter anderem die Auswirkungen auf Arbeitsprozesse, die Rolle der Mitbestimmung sowie Qualifizierung und ethische Fragen.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW machte deutlich, dass KI längst im Arbeitsalltag angekommen ist und bereits in vielen Unternehmen genutzt wird. Zugleich warnte er vor Unsicherheit und fehlenden Regelungen: „Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie ist mitten in unserem Leben und Arbeitsalltag angekommen.“ Giesler betonte, dass der technologische Wandel nicht einfach hingenommen werden dürfe: „Die Lösung liegt weder in Alarmismus noch im Abwarten, sondern in aktiver Gestaltung.“

Gerade die Mitbestimmung spiele dabei eine zentrale Rolle. KI werde häufig ohne klare Regeln eingeführt. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, verbindliche Leitplanken zu setzen: „Diese Technologie verändert Arbeit – aber wie sie das tut, ist von uns gestaltbar.“

Konkret bedeutet das: Betriebsräte müssen bereits bei der Einführung von KI-Systemen einbezogen werden, Transparenz über Einsatzbereiche und Funktionsweisen schaffen und gemeinsam mit den Unternehmen verbindliche Betriebsvereinbarungen abschließen. Dazu gehören klare Regeln zum Umgang mit Daten und zum Schutz vor Überwachung ebenso wie Verfahren zur Überprüfung von KI-Entscheidungen. So werde Mitbestimmung nicht nur zum Schutzinstrument, sondern zu einem aktiven Hebel, um KI im Sinne guter Arbeit und zukunftsfähiger Beschäftigung zu gestalten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Qualifizierung. Laut Giesler ist Weiterbildung entscheidend, um Beschäftigte auf die Veränderungen vorzubereiten und soziale Spaltung zu vermeiden: „Weiterbildung ist das wichtigste Sicherheitsnetz – und gleichzeitig ein Wachstumstreiber.“ Darum brauche es Qualifizierungsangebote für alle Beschäftigten, damit niemand den Anschluss verliert. Beteiligungsformate – etwa Workshops, Arbeitsgruppen und betriebliche Pilotprojekte – sollen sicherstellen, dass die Erfahrungen der Beschäftigten direkt in die Gestaltung der Systeme einfließen.

 

Die Konferenz machte deutlich, dass KI nicht zwangsläufig Arbeitsplätze vernichtet, sondern vor allem Tätigkeiten verändert. Entscheidend sei, ob Unternehmen die Technologie ausschließlich zur Kostensenkung oder als Grundlage für Innovation und gute Arbeit nutzen. Giesler „KI darf kein Sparprogramm sein – sondern muss ein Zukunftsprogramm sein.“

In den Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden konkrete Ansätze zu Mitbestimmung, Gestaltung, Ethik und Beteiligung. Dabei wurde deutlich, dass die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung groß ist.

Zum Abschluss rief Giesler die Betriebsräte dazu auf, die Transformation gemeinsam anzupacken und die Chancen von KI im Sinne der Beschäftigten zu nutzen:

„Nicht abwarten. Nicht nur reagieren. Sondern aktiv gestalten. Jetzt.“

Die Ergebnisse der Konferenz sollen in die weitere gewerkschaftliche Arbeit in der Region einfließen und konkrete Unterstützungsangebote für Betriebsräte stärken. Ziel bleibt es, Künstliche Intelligenz so zu gestalten, dass sie zu guter Arbeit beiträgt – und nicht zulasten der Beschäftigten geht.