Die IG Metall NRW hat im Jahr 2025 bei den Mitgliedern ein Minus von 4,4 Prozent zu verzeichnen und hat nun 436 083 Mitglieder. Dabei standen 15.746 Neuaufnahmen 24.382 Austritte gegenüber. Hinzu kommen 7.307 Sterbefälle.
Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Wir verlieren alleine in unserer größten Branche, der Metall- und Elektroindustrie NRW, jeden Monat 2100 Arbeitsplätze. In den anderen Branchen sieht es nicht besser aus. Wo man hinschaut: Die Hütte brennt. Das schlägt dann auch in unserer Mitgliederentwicklung durch.“
Der Bezirksleiter der IG Metall NRW betont, ihm bereite angesichts der aktuellen Situation in den Betrieben vor allem Sorge, dass die Unsicherheiten und Ängste der Menschen zunehmen. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um den Abbau von Industriearbeitsplätzen zu stoppen und den Weg in die grüne Transformation der Industrie zu gestalten. Die Politik muss lokale Wertschöpfung bei Investitionen und Vergaben stärken. Sie muss für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sorgen und deutlich mehr in die Infrastruktur investieren. Arbeitgeber müssen Verantwortung annehmen, sich zum Standort NRW bekennen und in die Zukunft investieren, statt Stellen abbauen und Standorte schließen“, so der Gewerkschafter.
In der aktuellen Situation helfe es überhaupt nicht, wenn nun einige aus Politik und Wirtschaft wieder die alte neoliberale Mottenkiste aufmachen, so Giesler weiter. „Angriffe auf den Sozialstaat, auf die Arbeitszeit, auf Rente oder kranke Menschen haben noch nie einen einzigen Arbeitsplatz geschaffen. Sie führen nur zu weiterer Verunsicherung. Gerade jetzt aber brauchen die Menschen Verlässlichkeit und Sicherheit,“ so der Gewerkschafter.
Die IG Metall habe im letzten Jahr gemeinsam mit ihren Betriebsrätinnen und Betriebsräten in vielen Betrieben Sicherheit gegeben. Giesler: „So haben wir beispielsweise bei Flender durch ergänzende Vereinbarungen 2700 Arbeitsplätze bis 2030 gesichert. Bei Fondium, der größten Gießerei in NRW, gibt es einen Kündigungsschutz für 5 Jahre für die über 800 Beschäftigten. An anderer Stelle haben wir den Stellenabbau sozialverträglich gestaltet. Prominenteste Beispiele hierfür sind Ford und thyssenkrupp Steel.“
Angesichts dieser guten Arbeit der IG Metall Betriebsrätinnen und -räte erwartet Giesler bei den im Frühjahr anstehenden Betriebsratswahlen eine Bestätigung der hervorragenden Ergebnisse der letzten Betriebsratswahlen. 2022 wurden im Organisationsbereich der IG Metall in NRW 2620 Betriebsratsgremien gewählt. Von den 18 050 Betriebsratsmitgliedern gehörten 70,9 Prozent der IG Metall an.