Frühzeitig fürs Alter vorsorgen: Neuer Vorsorgefonds
für Auszubildende der Elektrohandwerke NRW
Mit einem innovativen Modell zur finanziellen Bildung eines Vorsorgefonds setzen die Tarifpartner im Elektro-Handwerk NRW ein klares Zeichen für eine nachhaltige Altersvorsorge ihrer Auszubildenden. Ziel ist es, jungen Menschen bereits zu Beginn ihres Berufslebens einen wichtigen Baustein für ein gutes Leben im Ruhestand zur Verfügung zu stellen.
Im Mittelpunkt steht die Einrichtung von nachhaltigen Fonds, die gemeinsam mit den jeweiligen Auszubildenden auf deren Namen geführt werden. Der Fonds ist als langfristiges Vorsorgeinstrument konzipiert. Über eine digitale App können die Auszubildenden jederzeit transparent verfolgen, wie sich ihr Vorsorgekapital entwickelt. Altersvorsorge wird damit nicht abstrakt erklärt, sondern konkret erfahrbar.
Der Betrieb zahlt in den Fonds monatlich 10 € ein; je nach Bedingungen des Kreditinstituts werden mehrere Zahlungen zusammengefasst. Auszubildende oder der Betrieb können zusätzlich einzahlen. Der Anspruch entsteht erstmals nach Ende der Probezeit rückwirkend, dadurch entsteht kein Mehraufwand für den Betrieb, wenn die Ausbildung frühzeitig beendet wird. Bei Übernahme von Auszubildenden kann vereinbart werden, dass der Betrieb die Einzahlungen fortsetzt.
„Als Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW ist es uns wichtig, dass unsere Auszubildenden nicht nur fachlich hervorragend qualifiziert werden, sondern auch frühzeitig Verantwortung für ihre finanzielle Zukunft übernehmen. Die gesetzliche Rente allein wird für viele junge Menschen perspektivisch nicht ausreichen. Mit unserem Fondsmodell schaffen wir einen niedrigschwelligen Einstieg in die private Altersvorsorge und stärken das Bewusstsein für langfristige finanzielle Planung und das Verständnis für gesamtwirtschaftliche Entwicklungen“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender des Tarif-Ausschusses im FEH.NRW.
Zwar bleibt das Fondsmodell grundsätzlich flexibel nutzbar, um den individuellen Lebenssituationen der jungen Menschen gerecht zu werden; der klare Fokus liegt jedoch auf dem langfristigen Kapitalaufbau für das Alter.
Auch von Arbeitnehmerseite wird der Ansatz positiv bewertet: „Wenn der Gesetzgeber das Rentenniveau sinken lässt, stehen die Arbeitgeber verstärkt in der Pflicht. Darum ist der tarifvertragliche Anspruch auf einen Vorsorgefonds, in den die Betriebe einzahlen, eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente und zu den bereits bestehenden tariflichen Altersvorsorgeregelungen (AVWL)“, betont Thomas Weilbier von der IG Metall-Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen.
„Ein Fonds, den Auszubildende über eine App im Blick behalten, kann ein wichtiger Baustein sein, um finanzielle Bildung praktisch erfahrbar zu
machen.“
Mit diesem Vorsorgefonds verbinden die Elektro-Handwerke NRW die finanzielle Förderung mit einem klaren Signal: Altersvorsorge beginnt nicht erst kurz vor dem Ruhestand, sondern idealerweise mit dem Start ins Berufsleben. So werden Auszubildende frühzeitig auf die finanziellen Herausforderungen des Alters vorbereitet und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrer eigenen Zukunftssicherung befähigt.
Diese Initiative ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wozu eine konstruktive Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und der IG Metall in der Lage ist.
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